KUNSTRAUM turbine DISPERSE: Maya Vieth & Yudai Chiba
27. Juni, von 18 - 22 Uhr Vernissage & 28. Juni, von 11 - 16 Uhr Finnisage
Kunstraum turbine im Format disperse
WAS DIE LINIE ÜBERGEHT
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Maya Vieth & Yudai Chiba
WAS DIE LINIE ÜBERGEHT ist Teil der Ausstellungsreihe disperse, in der jeweils eine künstlerische Position aus der Region Ostprignitz-Ruppin mit einer eingeladenen Position von außerhalb in Dialog tritt.

Maya Vieth aus: Während wir schlafen, ziehen Wölfe um die Häuser

Yudai Chiba aus: Mausoleum of Memory – Room in Window
Yudai Chiba versteht industrielle Produkte und Hinterlassenschaften als universelle Ikonen menschlicher Erfahrung — kulturübergreifende „Devices", aus denen er Narrative kollektiver Erinnerung abstrahiert. In seinen für die Ausstellung entstandenen konzeptuellen Installationen isoliert er drei wiederkehrende Grundformen des Alltags — Punkt, Linie, Fläche: das Innehalten am Ende eines Tages, die beschleunigte Strecke von Stadt zu Stadt, auf der die Landschaft nur noch im Vorüberziehen erscheint, die komprimierte Welt des Smartphones. Aus alltäglichem Material formt er knappe, präzise Anordnungen, in denen sich Muster des Gegenwartslebens ablesen lassen. Wiederkehrend schließt er dabei Farbe in Reagenzgläsern ein, Pigmente in Suspension, die seine Installationen mit der Malerei verbindet.
Maya Vieth nähert sich ihrer ostdeutschen Herkunft über die Figur des Wolfs. „Während wir schlafen, ziehen Wölfe um die Häuser" ist eine Spurensuche zwischen trockenen Sümpfen und verlassenen DDR-Fabriken — eine doku-fiktionale Sammlung darüber, wie sich Trauma und Erinnerung in eine Landschaft einschreiben. Die Rückkehr des Wolfs erzählt sie als Geschichte der Umbrüche nach 1989: verlassene Industrie, Brachen, eine Gegend im Wandel. Aus vornehmlich bei Nacht aufgenommenen Fotos, Bildern von Wildkameras, Zeichnung, Text und Video entsteht ein Geflecht aus fragmentierter Beobachtung, Erinnerung und Spekulation, in dem der Wolf zwischen Sichtbarem und Verdrängtem mäandert und vermittelt.
Beide Positionen zeigen einen je eigenen Umgang mit Erinnerung und Spur: Chiba verdichtet die Spuren des Alltags zu knappen Setzungen, Vieth folgt ihnen hinaus in eine offene Psychogeographie.
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Maya Vieth |

